Fixe Preise sind meiner Meinung extrem wichtig, um das Funktionieren einer Wirtschaft sicherzustellen. John Wanamaker, Vorreiter der modernen Werbung und Kaufmann aus Philadelphia, beschloss kurzerhand vor etwas mehr als 100 Jahren, Preisschilder an seinen Waren zu montieren, um eine vernünftigere und simplere Umgebung in Kaufhäusern zu schaffen.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Preise überwiegend verhandelt, so wie es heute in einigen Teilen dieser Erde immer noch gerne gemacht wird. Ich bin davon überzeugt, dass manche dieser Verkäufer (und auch Einkäufer) Verhandlungs-Fähigkeiten hatten… Oh Mann, da können wir uns heutzutage eine fette Scheibe abschneiden. Aber das ist eine andere Geschichte…

Damals wie heute stellt sich eine simple wie essentielle Frage: Wie werden Preise gebildet?

Frühere Ökonomen meinten, Preisbildungen basieren ausschließlich auf Basis der Herstellungskosten. Natürlich muss es eine Korrelation zwischen dem Preis einer Sache und deren Herstellungsaufwand geben. Klar doch. Das alleine ist jedoch zu wenig.

Warum?

Käufer und Verkäufer bewerten den Preis einer Ware im seltensten Fall gleich. Das Gegenteil muss der Fall sein: Ein Kauf kommt doch nur zustande, wenn der Käufer dem Produkt einen höheren Wert bzw. Nutzen zuschreibt, als dem Geldbetrag, den er hierfür bezahlt! Und beim Verkäufer ist die Sichtweise genau umgekehrt, sonst würde dieser ja nicht verkaufen. Somit ist eine gesunde Meinungsverschiedenheit die Basis des Kauf- und Verkaufserfolges.

 Folglich gibt es keinen gerechten Preis.

Ja, Sie haben richtig gelesen. Es gibt keine fairen Preise.

Preise sollten durch individuelle Entscheidungen in individuellen Situationen entstehen. Der „Rahmen“ gibt die Findung eines Preises vor, weil genau dieser Rahmen Verkäufern die Möglichkeit gibt, Wert aufzubauen. Manche Verkäufer schaffen es leider auch Wert abzubauen.

In diesem Kontext sind staatliche Eingriffe in die Preispolitik unterschiedlicher Branchen auch hinterfragungswürdig: Mietobergrenzen, Zinssatzregulierungen, Honorare diverser Dienstleister… Das behindert die Flexibilität der Märkte und der sich selbstregulierenden Preise.

Es geschehen ja auch keine Eingriffe in das Wertempfinden einer Person. Ist ja schlichtweg unmöglich  (-:

Wert ist immer subjektiv.

Beeinflussungskünstler unter Ihnen wissen, dass die treibende Kraft des Verkaufs die Macht der Situation ist. Während der Preis eine objektive Zahl ist, ist der Wert ein Gefühl. 

Wie sonst könnten insbesondere die Hersteller von Luxusartikel solche Preise verlangen, wiewohl klar ist, dass die Herstellungskosten einen Bruchteil des Preises verursachen? Die Antwort liegt auf der Hand: Sie geben dem Produkt und nicht zuletzt dem Akt des Kaufs einen Rahmen, der es Wert ist.

FAZIT: Die einzige Person, die entscheiden kann, ob etwas zu teuer ist

oder nicht, ist Ihr Kunde. Sonst niemand.